Der Begriff „Mattfilm“ ist täuschend einfach und umfasst eine Reihe von Anwendungen, von klassischen Spezialeffekten im Kino bis hin zu modernen Druckveredelungstechniken. Weit davon entfernt, eine bloße ästhetische Wahl zu sein, sind die funktionalen Eigenschaften von matte Folie – vor allem seine nicht reflektierende, lichtstreuende Oberfläche – machen es zu einem leistungsstarken Werkzeug für bildende Künstler, Designer und Verpackungsspezialisten. Um sein volles Potenzial auszuschöpfen, ist es wichtig, die praktische, konstruktive Absicht hinter der Verwendung einer matten Oberfläche zu verstehen.
Matte Folie in der Drucklaminierung und -veredelung
In der Druckindustrie wird überwiegend Mattfolie als Laminierveredelung eingesetzt. Bei diesem Verfahren wird eine dünne, nicht glänzende Kunststofffolie (oft biaxial orientiertes Polypropylen oder BOPP) unter Einsatz von Hitze und Druck auf die Oberfläche des bedruckten Materials aufgebracht. Die Hauptfunktion besteht nicht nur darin, das Aussehen zu verändern, sondern auch die Haltbarkeit und das Benutzererlebnis des Endprodukts deutlich zu verbessern.
Praktische Vorteile der Mattlaminierung
Die Wahl eines matten Finishs gegenüber einem glänzenden Gegenstück bietet deutliche funktionale Vorteile, insbesondere bei häufig berührten Gegenständen oder Materialien, die bei hellem Licht betrachtet werden.
- Blendungsreduzierung: Die nicht reflektierende Oberfläche der matten Folie streut das Licht und sorgt so dafür, dass Text und Bilder auch in anspruchsvollen, hell beleuchteten Umgebungen wie Messeböden oder Außenbeschilderungen gut lesbar sind.
- Fingerabdruck- und Abriebfestigkeit: Matte Oberflächen verbergen hervorragend Flecken, Fingerabdrücke und kleinere Oberflächenabschürfungen, was dazu beiträgt, ein makelloses und professionelles Erscheinungsbild von Materialien zu bewahren, die häufigem physischen Kontakt ausgesetzt sind.
- Haptische und ästhetische Anziehungskraft: Die weiche, samtige oder „seidige“ Textur, die durch die matte Folie verliehen wird, verleiht dem gedruckten Stück ein hochwertiges, raffiniertes und zurückhaltendes Aussehen und erhöht den wahrgenommenen Wert des Produkts oder der Marke.
Ideale Anwendungen für die Mattlaminierung
Die besonderen Eigenschaften der matten Laminierung machen sie zur bevorzugten Oberfläche für zahlreiche hochwertige und praktische Produkte. Bei der Wahl kommt es oft darauf an, den Schutz mit einer gewünschten dezenten Ästhetik in Einklang zu bringen.
| Anwendungstyp | Funktionale Begründung |
| Visitenkarten und Briefköpfe | Vermittelt Professionalität und widersteht der Abnutzung durch die Handhabung. |
| Buch- und Albumcover | Anspruchsvolle Verarbeitung, reduziert Blendung unter Leselampen. |
| Restaurantmenüs | Abwischbare Oberfläche, gute Lesbarkeit bei wechselndem Esszimmerlicht. |
| Luxusverpackung | Erstklassiges, haptisches Erlebnis; Hervorragender Kontrast für Spot-UV- oder Folienprägung. |
Die „Matte Shot“-Technik im klassischen Filmemachen
Historisch gesehen bezieht sich „Matte Film“ auch auf eine wesentliche Spezialeffekttechnik im Kino: den Matte Shot oder die Matte Painting. Dieser praktische Effekt, der vor der digitalen CGI existierte, war eine revolutionäre Methode zur Erstellung umfangreicher, gefährlicher oder unglaublich detaillierter Sets und Orte, ohne dass die Kosten für den physischen Bau oder die Reise anfielen.
Aufbau einer illusorischen Umgebung
Der Kern einer herkömmlichen Mattenaufnahme besteht in einem sorgfältigen Prozess der Schichtung von Bildern auf dem Film mithilfe physikalischer Matten – Masken, die das Licht in bestimmten Bereichen der Filmemulsion blockieren. Dadurch konnten Filmemacher den Film gezielt belichten:
- Vordergrundaktion: Schauspieler würden bei ihrem Auftritt an einem minimalistischen Set gefilmt, wobei ein Teil des Rahmens (wo der Hintergrund sein sollte) absichtlich mit einer schwarzen Karte oder bemaltem Glas abgedeckt oder „mattiert“ wird. Dieser Bereich blieb unbelichtet.
- Hintergrundergänzung: Die Filmrolle würde dann zurückgespult. Es wurde ein aufwändiges Gemälde – das Mattgemälde, das oft auf Glas ausgeführt wird – erstellt, das eine großartige Landschaft, ein Schloss oder eine Stadtlandschaft darstellt. Eine Gegenmaske (die umgekehrte Maske der ersten) wurde verwendet, sodass nur der zuvor unbelichtete Bereich des Films dem gemalten Hintergrund ausgesetzt wurde.
- Nahtlose Komposition: Das Ergebnis war ein einzelnes, nahtlos zusammengesetztes Bild, das Live-Action mit einem statischen, sorgfältig gestalteten Hintergrund kombinierte. Techniken wie das Bi-Pack-Verfahren verfeinerten diese Schichtung weiter und ermöglichten komplexere Wandermasken (Matten, die sich mit den Schauspielern bewegten).
Vermächtnis und Übergang zur Digitalisierung
Die matte Aufnahme war ein Eckpfeiler des visuellen Geschichtenerzählens der 1940er bis 1980er Jahre und wurde in klassischen Filmen wie Citizen Kane und Star Wars gesehen. Während der moderne Film zum Digital Matte Painting (DMP) übergegangen ist, das Software wie Photoshop und Nuke für die Komposition verwendet, bleibt das zugrunde liegende Konzept der Maskierung und Schichtung zur Schaffung einer überzeugenden, weitläufigen Umgebung dasselbe. Digitale Werkzeuge haben lediglich die Präzision und Flexibilität erhöht und ermöglichen mehr Details, Bewegung und Anpassung, sie funktionieren jedoch nach dem Grundprinzip der ursprünglichen Mattfilmtechnik.












